Claus Schaffer: „Wir fordern echte Zahlen und Transparenz in der Pandemie“

Seit Monaten werden in der Corona-Pandemie Maßnahmen und auch Verantwortlichkeiten auf Basis von Inzidenzwerten und Krankenhausbelegungen argumentiert. Bayern und Hamburg haben mit falschen Zahlen ungeimpften Menschen eine Schuld an der Pandemie zugeschrieben, aber auch hierzulande ist das bekannte Zahlenmaterial kaum geeignet, einen Überblick über das tatsächliche Infektionsgeschehen zu erhalten. Claus Schaffer, sozialpolitischer Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag, erklärt dazu:

„Wer gegen eine Infektionsausbreitung wirksam ankämpfen will, muss darüber umfassende Erkenntnisse haben. Wir müssen also genau wissen, wo sich Infektionen ausbreiten und welche Faktoren dies begünstigen. Wir müssen wissen, welche Bevölkerungsgruppen tatsächlich gefährdet sind, und wer eher nicht zu den vulnerablen Gruppen gehört. Wir müssen wissen, wer tatsächlich in unseren Kliniken liegt, wo die Menschen herkommen, und welchen Impfstatus diese tatsächlich haben. Wir müssen auch wissen, wie sich das Testverhalten in der Bevölkerung darstellt, also wer sich testet und welche Ergebnisse dadurch entstehen. Und selbstverständlich gehören auch Kenntnisse dazu, wie sich in der Bevölkerung eine natürliche Immunisierung durch unentdeckte Infektionen ausgebreitet hat.

All diese Informationen liegen der Landesregierung entweder nicht oder nur unvollständig vor, oder sie gibt diese Informationen nicht an die breite Öffentlichkeit. Andere Informationen werden aus einer politischen Motivation als Inzidenzwerte so stark verzerrt, dass sie einzig dem Ziel der Erhöhung des Impfdrucks dienen. Hohe Inzidenzwerte bei Ungeimpften sollen darüber hinwegtäuschen, dass Geimpfte noch immer ein erheblicher Teil der Pandemie sind. Wer wie der Ministerpräsident Daniel Günther mathematische Modellierungen zu Infektionen Ungeimpfter als „Studie der Leopoldina“ aufwertet, betreibt eben diese politische Verzerrung in der Corona-Statistik.

Grundrechtseinschränkende Corona-Maßnahmen sind auf Basis dieser unzureichenden Datenlage fehlgeleitet und oftmals zur Infektionseindämmung nicht geeignet. So ist z. B. der Einzelhandel nach vorliegenden Erkenntnissen zu Infektionsketten zu keinem Zeitpunkt ein Schwerpunkt in der Infektionsausbreitung gewesen, und dennoch treffen Lockdown und jetzt 2G-Regeln diese Branche am härtesten. Der Politik kommt dieses Nichtwissen gerade recht, denn so lässt sich die Spaltung in der Gesellschaft und die Schuldzuweisung an die Gruppe der Ungeimpften als zentrales Narrativ auf dem Weg zum Impfzwang aufrecht erhalten.

Unser Antrag zielte genau darauf ab, in dieser Pandemie endlich belastbare Zahlen und eine echte Transparenz für die Bürger zu erreichen. Dass dieser Antrag von allen im Landtag vertretenen Parteien abgelehnt wurde, macht deutlich, dass man den Menschen diese Fakten über das Corona-Geschehen vorenthalten will.“

Weitere Informationen:
Antrag der AfD: „Mehr Transparenz im Infektionsgeschehen erlangen“: http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/03400/drucksache-19-03487.pdf

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