Volker Schnurrbusch: „Ja zur biologischen Vielfalt – aber nicht auf dem Rücken unserer Landwirte“

Der Schleswig-Holsteinische Landtag debattierte heute über den Erhalt der Biodiversität in Schleswig-Holstein. Dazu erklärt Volker Schnurrbusch, agrar- und umweltpolitischer Sprecher der AfD im Schleswig-Holsteinischen Landtag:

„Eine artenreiche Umwelt stellt die Lebensgrundlage für unsere und zukünftige Generationen dar. Die Landesstrategie entwirft eine Reihe richtiger Maßnahmen zur Sicherung der biologischen Vielfalt. Wie üblich wird aber der Landwirtschaft an vielen Stellen der ‚schwarze Peter‘ zugeschoben. Nach Düngeverordnung, Dauergrünlanderhaltungsgesetz und Insektenschutzgesetz will das Ministerium jetzt noch mehr Verordnungen verhängen, die unseren Landwirten das Leben schwerer machen.

Denn nun soll die ‚Grüne Architektur‘ aus der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU hierzulande implementiert werden. In der Praxis heißt das: mehr Vertragsnaturschutz, mehr Ökolandbau, mehr Moore, weniger Äcker und mehr Bürokratie für die Landwirte. Und da die EU uneinig über diesen ‚Transformationsprozess‘ ist, soll mal wieder Deutschland alleine ‚vorangehen‘. Der deutsche Landwirt soll also künftig nicht mehr auf Ertrag und Wirtschaftlichkeit achten, während im Rest der EU alles seinen gewohnten Gang geht und Bauern in Frankreich, Polen, Griechenland oder Spanien weiter Fördermillionen aus Brüssel erhalten. Das ist absurd!

Zum ‚Wildtiermanagement‘ wird in der Strategie verharmlosend von ‚Nutzungskonflikten‘ gesprochen. Wenn Weidetiere zu Dutzenden von Wölfen gerissen werden, hat das nichts mit Nutzung zu tun! Das ist schlicht und ergreifend eine Folge nachlässiger und verantwortungsloser Politik auf dem Rücken der Weidetierhalter. Die angeblichen Wolfsschutzmaßnahmen sind praxisfern, teuer und greifen nicht, die Entschädigungen sind keine Lösung. Dasselbe gilt für den Otter, den Kormoran und natürlich die Wildgänse. Überall bietet die Landesregierung Geld und jede Menge Berater: Wolfsberater, Otterberater, ein Biberprogramm, ein Kormoranprojekt. Aber unsere Landwirte kennen ihre tägliche Praxis. Sie brauchen weniger Berater und dafür besseren Schutz vor Wildtieren.

So wichtig Artenvielfalt ist: Sie stößt an Grenzen, wenn der Mensch seinen Lebensraum gestaltet. Mehr Biodiversität: Ja, wo es möglich und sinnvoll ist. Aber auch der Landwirt ist Teil der Umwelt, und auch er braucht Raum zum Leben und Arbeiten. Dieser ‚Nutzungskonflikt‘ kann und darf nur im Sinne unserer Landwirte aufgelöst werden. Alles andere ist grüne Augenwischerei!

Ein wichtiger Punkt zum Schluss: Auch auf den naturnahen Tourismus geht die Strategie ein. In der Tat ein gutes Konzept für unser schönes und beliebtes Bundesland. Aber auch hier gilt: Unsere Gäste wollen nicht nur Wildnis und Moore sehen, sondern auch intakte Bauernhöfe, blühende Rapsfelder und Landmaschinen, die nicht nur zur Dekoration herumstehen. Auch unsere landwirtschaftlich genutzte und gepflegte Kulturlandschaft bedeutet Vielfalt – und diese gilt es zu erhalten.“

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