Lübeck: Hilferuf einer Grundschule

Mit Schreiben vom 24. März 2021 hat sich das pädagogische Personal der Grundschule am Koggenweg an den Bürgermeister und die Bürgerschaft gewandt. [1] Grund ist die akute Raumnot der Schule. Dieser Bedarf ist seit Jahren bekannt, aber die Politik zieht immer wieder andere Projekte vor.

Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende 

David Jenniches: „Das Schreiben ist ein Hilferuf. Es ehrt die Autoren, dass sie sich für ihre Schüler zu Wort melden. Viele der Schüler kommen aus prekären Verhältnissen, oft mit Migrationshintergrund. Die Fähigkeit, die Interessen der eigenen Kinder im politischen Betrieb geltend zu machen, ist in solchen Familien oft kaum vorhanden.

Anders schaut es bei anderen Schulen aus: so steht z.B. hinter den Altstadtgymnasien eine engagierte und eloquente Elternschaft, die Zeit und Mühe nicht scheut, für die Interessen dieser Schulen einzutreten. Arme und bildungsferne Familien dagegen wählen eher nicht [2] und sind wohl auch weniger bereit, Bürgerinitiativen und Elternvereine zu bilden.“

„Problematisch wird es, wenn die Politik hartnäckigste Forderung mit dringendstem Bedarf gleichsetzt. Das war in der Vergangenheit vielleicht der Fall. Am Tag nach dem Erhalt des Schreibens beauftragte die Bürgerschaft den Bürgermeister, ein Konzept für den Kauf eines Karstadtgebäudes zur Nutzung auch durch die Altstadtgymnasien vorzulegen. Es besteht die Gefahr, dass dieses Projekt in der Verwaltung Kapazitäten und Gelder bindet, die dann für die Grundschule am Koggenweg fehlen.

Der Bedarf der Altstadtgymnasien ist berechtigt. Aber Grundschulkinder aus prekären Familien sollten nicht hinter Gymnasiasten (und ihren politisch aktiveren Eltern) zurückstehen müssen.

Die AfD-Fraktion wird sich dafür einsetzen, dass Dringlichkeit des Bedarfs und nicht Lobbystärke entscheidend sind,“ schließt David Jenniches.

[1] Das Schreiben liegt der AfD Fraktion vor und wird auf Nachfrage Pressevertretern zur Verfügung
gestellt.
 
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