Nach dem Lübecker Reizgas-Angriff: Solidarität und Polizeiarbeit

Zum LN-Kommentar „Gewalt, Solidarität und Polizeiarbeit“ von Hanno Kabel eine Erwiderung von David Jenniches

„Einwanderer müssen in Deutschland viele Kränkungen aushalten – vor allem, wenn ihre Herkunft äußerlich erkennbar ist.“
Jeder von uns muss gelegentlich Kränkungen aushalten. Zum vernünftigen Umgang damit gehört Taktgefühl gegenüber anderen und nicht zuletzt die innere Haltung, eben nicht zu schnell gekränkt zu sein. Das LKA Schleswig-Holstein hat sog. Vorurteilskriminalität untersucht. [1] Lediglich 5,1% der Befragten gaben an, Opfer solcher Vorurteilskriminalität geworden zu sein. Und lediglich 25% von diesen Opfern gaben an, wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Aussehen Opfer geworden zu sein. 25% von 5,1% sind 1,25% der Gesamtbevölkerung. Vor dem Hintergrund dieser geringen Werte kann man sagen: es gibt keine massenhafte, gar gewalttätige Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.


„Das Volk, für das [die mutmaßlichen Täter] vielleicht zu handeln glauben, gibt es nicht.“
Doch, es gibt ein deutsches Volk. Es gibt uns Deutsche. Und wir haben sogar unser eigenes Land: Deutschland. Und das soll auch so bleiben. Und wir Deutsche und Deutschland werden auch nicht besudelt oder widerlegt, weil mutmaßliche Kriminelle an einem Lübecker Kreisverkehr Reizgas gegen Kinder einsetzen. Das ist eine abstoßende, mutmaßliche Straftat. Mehr nicht.
„Eine gute Nachricht ist auch, dass junge Lübecker den Opfern mit einer Demonstration ihre Solidarität gezeigt haben.“
Nein, ist es nicht. Die „jungen Lübecker“ folgten der extremistischen Gruppe La Rage. Dieses Milieu macht von Vandalismus, Beleidigung und Bedrohung politisch Andersdenkender ganz selbstverständlich Gebrauch. Sie sind Gegner der Demokratie und des Rechtsstaates. Ihre „Solidarität“ ist einzig politischer Opportunismus. Sie ist wertlos. Als im Sommer 2018 ein sog. Flüchtling aus dem Irak in Lübeck zwei Frauen vergewaltigte und es bei zwei weiteren versuchte, gab es kein Wort der Solidarität mit den Opfern von La Rage. Und natürlich keine Demo. Die Opfer interessieren La Rage nämlich einen Dreck. Es geht diesen Leuten nur darum, den „richtigen“, zur eigenen politischen Agenda passenden Täter zu finden.

[1] Kriminolgisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V., Forschungsbericht 145: Erfahrungen und Folgen von Vorurteilskriminalität

Bild und Quelle: LN-Online.de