Nein zu Yachtclub-Subvention

Rede des Vorsitzenden der AfD Fraktion David Jenniches in der Bürgerschaftssitzung am 25.03.2021 zur Frage, ob die Hansestadt Lübeck die Travemünder Woche mit bis zu 527.000 EUR unterstützen soll.

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Stadtpräsident, sehr geehrte Damen und Herren,

ich will für die AfD Fraktion den Blick auf das Thema des sozialen Zusammenhaltes lenken.

Wir haben im Februar 2021 gegenüber dem Vorjahr 1.700 Arbeitslose mehr. Wir hatten, letzte Zahl September 2020, 3.400 Lübecker in Kurzarbeit, im Juni 2020 waren es über 8.000.

Kurzarbeit bedeutet für die Betroffenen in der Regel massive finanzielle Einbußen.

Und wir steuern jetzt auf eine Situation zu, dass die alleinerziehende Friseurin in Kurzarbeit in der Zeitung lesen darf, wie ein freudestrahlender Zahnarztsohn Cedric aus seinem Schweizer Internat angereist ist, um in Travemünde Party zu machen und sich ganz herzlich beim Bürgermeister Lindenau, SPD, bedankt, der das mit bis zu 500.000 Euro Steuergeld möglich gemacht hat.

Das ist eine gewisse Schieflage. Wir als AfD fragen uns, wie kommt das bei den Lübeckern an. Sie haben schon energisch und nachvollziehbar für den Erhalt der Travemünder Woche gesprochen, aber bedenken Sie bitte auch in diesen unabdingbaren Garantieerklärungen für diese Veranstaltung: welchen Eindruck hinterlassen Sie da bei den finanziell wohl gebetteten Mitgliedern des Lübecker Yachtclubs? Natürlich die Haltung „Too big to fail“.

Und deshalb sehen wir auch in den Planungen dieser gGmbH zu dem Thema mickrige 7.000 Euro Spenden, weil da kommt ja noch eine halbe Million vom Steuerzahler.

Wir reden hier über den Lübecker Yachtclub. Meine Damen und Herren, gucken Sie sich da mal die Vorstandsmitglieder an. Da haben wir einen Unternehmer mit über 300 Beschäftigten, da haben wir einen Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei 200 Meter vom Jungfernstieg.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Herren, Kraft ihrer bürgerlichen Tüchtigkeit und des resultierenden wirtschaftlichen Erfolges, durchaus in der Lage wären, substanziell Eigenmittel einzuwerben, die den Steuerzahler weit weniger in Anspruch nehmen, als wir das jetzt so selbstverständlich tun sollen.

Vielleicht, Herr Lindenau, hätten Sie bei den Hintergrundgesprächen mit diesen Leuten einfach mal einen Sozialdemokraten mitnehmen sollen. Aber wo will man die heutzutage in Lübeck noch herbekommen.

Von unserer Seite, wir sagen zu allen Anträgen, insbesondere zu der Verwaltungsvorlage Nein.

Vielen Dank!

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