Städtische Personalpolitik: Lieber farbenblind als bunt

Die Lübecker Grünen, SPD und CDU fordern mehr Beschäftigte mit Migrationshintergrund bei der Hansestadt Lübeck (wir berichteten). Die AfD Lübeck sieht darin „ein Hindernis für Integration und friedliches Miteinander“.

Dazu meint der AfD Fraktionsvorsitzende David Jenniches:

(„)Hier wird gefordert, dass mehr Beschäftigte der Stadtverwaltung einen Migrationshintergrund haben sollen. Migrationshintergrund heißt, entweder ist man als Ausländer geboren oder mindestens ein Elternteil ist Ausländer. Im Klartext: Herkunft und Abstammung sollen Personalkriterien im öffentlichen Dienst sein.

Für die AfD Lübeck gilt: Für die Stellenvergabe in der Verwaltung sollen einzig Eignung, Leistung und Befähigung entscheidend sein. In einem Personalgespräch hat die Frage nach Herkunft und Abstammung genauso wenig verloren wie die Frage nach religiösem Bekenntnis oder sexueller Orientierung.

Wer einen höheren Migrantenanteil in der Verwaltung fordert, der zwingt die Verwaltung, bei Bewerbern auf den Migrationshintergrund zu achten. Danach fragen ist rechtlich bedenklich. Also achtet man auf Äußerlichkeiten. Das führt zu Missverständnissen und Kränkungen. Die blonde, weiße Frau mit polnischer Mutter wird nicht als migrationshintergründig erkannt. Der dunkelhäutige Mann, der in dritter Generation Deutscher ist, wird fälschlich als Migrant angesehen. Der abgelehnte Bewerber ohne Migrationshintergrund grübelt darüber, ob er wegen der falschen Eltern abgelehnt wurde. Der erfolgreiche Bewerber mit Migrationshintergrund fragt sich, ob er wegen der richtigen Eltern eingestellt wurde. Integration und friedliches Zusammenleben fördert man so ganz bestimmt nicht.(„)